für Wissen­schaftler

Das Reiterstandbild im belgischen Ostende, das Leopold II. als Philanthropen und Visionär inszeniert. (CC Georges Jansoone)

Auf kolonialer Spurensuche? Der ambivalente Umgang mit der Kolonialvergangenheit in Belgien (1960 bis heute)

- Von Dr. Julien Bobineau, Julius-Maximilans-Universität Würzburg -

  • -   Am 30. Juni 1960 erlangte die heutige Demokratische Republik (DR) Kongo ihre Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Belgien. Etwa 85 Jahre koloniale Unterdrückung, wirtschaftliche Ausbeutung und politische Fremdherrschaft haben sowohl in der ehemaligen Kolonie als auch Belgien Spuren hinterlassen. Eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte hat in Belgien von offizieller Seite aus bislang kaum… Weiterlesen

Belgiens Kolonialgeschichte: Die Unabhängigkeit und die Kongo-Krise (1960-1965)

- Von Dr. Julien Bobineau, Julius-Maximilans-Universität Würzburg -

  • - Am 30. Juni 1960 erlangte die heutige Demokratische Republik Kongo ihre Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Belgien. Der erste kongolesische Ministerpräsident, Patrice Lumumba (1925-1961) betonte dabei stets, dass die Unabhängigkeit kein Geschenk der Belgier gewesen sei, sondern eine hart umkämpfte Errungenschaft von kongolesischen AktivistInnen, PolitikerInnen und Intellektuellen. Das ausgewiesene Ziel der blockneutralen Politik Lumumbas war es… Weiterlesen

Patrice Lumumba während der Table ronde de Bruxelles im Januar 1960 (Public Domain)
Eine Banknote der Banque du Zaïre aus dem Jahre 1977 mit Mobutus Konterfei © Rachel Strohm

Belgiens Kolonialgeschichte: Zaïre (1965-1997)

- Von Dr. Julien Bobineau, Julius-Maximilans-Universität Würzburg -

  • - Am 30. Juni 1960 erlangte die heutige Demokratische Republik Kongo ihre Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Belgien. Nach der Ermordung des ersten gewählten kongolesischen Ministerpräsidenten Patrice Lumumba (1925-1961), der Einmischung ausländischer Akteure im Zeitalter des Kalten Krieges und dem Ausbruch eines Bürgerkriegs wurde die ehemalige belgische Kolonie in eine tiefe Krise gestürzt. Die sogenannte ‚Kongo-Krise‘ konnte… Weiterlesen

Belgien im 18. Jahrhundert: Die österreichische Zeit

- Von Dr. Klaas Van Gelder, Universität Gent -

  • - Wenig im öffentlichen Raum Belgiens erinnert noch an die österreichische Herrschaft des 18. Jahrhunderts. Schloss Laeken, die Residenz des belgischen Königspaars, wurde als Sommerresidenz für die österreichischen Statthalter Maria Christina und Albert von Sachsen-Teschen errichtet (Bild 1). Der Palast ihres Vorgängers, Karl Alexander von Lothringen, beherbergt einen Teil der Königlichen Bibliothek in Brüssel (Bild 2).… Weiterlesen

Die Überreste des alten herzoglichen Palasts in Brüssels. Unbekannter Künstler, Mitte des 18. Jahrhunderts © Museum der Stadt Brüssel, Broodhuis.

Belgiens Kolonialgeschichte: Belgien und der Congo belge (1908-1960)

- Von Julien Bobineau, Julius-Maximilans-Universität Würzburg

  • - Die heutige Demokratische Republik Kongo mit ihrer Hauptstadt Kinshasa ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eng mit dem Königreich Belgien verbunden. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die belgische Kolonisierung der Gebiete in Subsahara-Afrika, die unter König Leopold II. (1835-1909) ihren Anfang nahm und vom belgischen Staat ab 1908 fortgeführt wurde. Nach der internationalen Kritik… Weiterlesen

Belgiens Kolonialgeschichte: Leopold II. und der État indépendent du Congo (1876-1908)

- Von Julien Bobineau, Julius-Maximilans-Universität Würzburg

  • - Die heutige Demokratische Republik Kongo mit ihrer Hauptstadt Kinshasa ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eng mit dem Königreich Belgien verbunden. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die belgische Kolonisierung der Gebiete in Subsahara-Afrika, die unter König Leopold II. (1835-1909) ihren Anfang nahm und vom belgischen Staat ab 1908 fortgeführt wurde. Leopolds II. selbsterklärtes Ziel… Weiterlesen

 

Belgien und die burgundischen Herzöge

- Von Prof. Dr. Marc Boone, Universität Gent -

  • - Als 1369 der französische Königssohn Philipp der Kühne nach langen und umständlichen Verhandlungen, bei denen auch die englische Krone ihr Interesse anzeigte, die flämische Erbprinzessin Margarete von Male in der St.-Bavo-Abtei zu Gent heiratete, brach eine entscheidende Epoche für die Geschichte des zukünftigen Belgiens an. Der ehrgeizige und jüngere Zweig der französischen Königsdynastie der Valois… Weiterlesen

Herzog Philipp der Gute. Unbekannter Künstler, um 1460 © Rijksmuseum

Einführung in die belgische Staatsstruktur

- Von Prof. Christian Behrendt, ULiège, KULeuven, École Royale Militaire -

  • - Eine Einführung in die belgische Staatsstruktur könnte Gegenstand eines mehrere hundert Seiten langen Werkes sein, da die Erklärung eines Aspekts fast unausweichlich die eines anderen erfordert. Im Rahmen dieses Beitrages können somit nur die Grundzüge der belgischen Staatsstruktur erläutert werden. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf der Föderalstruktur liegen (I), die sich Belgien mit der Bundesrepublik… Weiterlesen

Belgien und Deutschland: eine kleine Beziehungsgeschichte

- Von Dr. Christoph Brüll, Universität Luxemburg -

  • - Wer in der Öffentlichkeit von den Beziehungen zwischen Belgien und Deutschland spricht, erzählt zumeist eine Erfolgsgeschichte: Zwei europäische Partner mit vielen gemeinsamen Interessen und intensiven Wirtschafts- und Handelsbeziehungen und kaum je politischen Streitfragen. Dass Belgien nach zwei deutschen Besatzungen in den beiden Weltkriegen seit dem Ende der 1940er Jahre zu den ersten Ländern gehörte, die… Weiterlesen

Belgien in der EU - eine kleine Geschichte

- Von Ermal Ndini, Brüssel -

  • - I. Der Einfluss Belgiens auf den Europäischen Integrationsprozess Als Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, 1951), der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG, 1957) wie auch der Europäischen Atomgemeinschaft (EAG, 1957) gehört Belgien seither zu den bedeutendsten Fürsprechern der europäischen Integration. Für die Belgier stellt der Prozess der europäischen Integration ein wichtiges politisches Projekt dar,… Weiterlesen
.

Paul-Henri Spaak. Um 1957 © Bundesarchiv, Bild 183-39998-0427