Film: JUMBO

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In JUMBO verliebt sich die junge Jeanne in "Jumbo", ein Fahrgeschäft eines Vergnügungsparks. Regisseurin Zoé Wittock erzählt im Kontext einer objektophilen Beziehung diese ungewöhnliche Liebesgeschichte mit emotionaler Tiefe und Fantasie.
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Filmplakat zu JUMBO © Film Festival Cologne

Im dem Film JUMBO der belgischen Regisseurin Zoé Wittock, entwickelt die schüchterne, junge Jeanne eine zarte, intensive Beziehung zu einem Fahrgeschäft, das sie Jumbo tauft. Diese Liebesgeschichte der etwas anderen Art verhandelt ein ernstes Thema, das kreativ und visuell ästhetisch umgesetzt wird. Neben menschlich bekannten und filmisch beliebten Themen wie Liebe, Anziehung und Liebeskummer, wird der*die Zuschauer*in zu einem Gedankenexperiment über „normales“ Verhalten und soziale Positionierung eingeladen. Dieses Gedankenexperiment bleibt nicht abstrakt, sondern wird konkret durchgespielt; ähnlich einem tragischen Theaterstück, in dem sich verschiedene Parteien gegenüberstehen.

Nur vordergründig geht es dabei, aus meiner Perspektive, um eine (nicht ganz klassische) Liebesgeschichte und das Erwachsenwerden: Im Fokus steht für mich vielmehr die fehlende Resonanz der Protagonistin, ihre Einsamkeit in einer entfremdeten Welt – und ihre unbändige Sehnsucht nach Verbindung. Dass sie diese Verbindung zu sich und dem Anderen gerade über den Umweg der klassisch konnotierten „kalten“ Maschine findet, ist ein besonderer Kniff des Narrativs. Es geht, an einem möglicherweise als radikal empfundenen Beispiel, um ihre körperlichen und emotionalen Erfahrungen, sowie letztendlich dem zutiefst menschlichen Bedürfnis, für das, was sie ist und fühlt, akzeptiert zu werden.

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Jeanne auf der Suche nach Resonanz © Film Festival Cologne

Der Film hält einige ästhetische Besonderheiten bereit: Die sinnliche Wahrnehmung wird betont, wenn etwa die blinkenden bunten Farben und Formen einen regelrechten Sog auf die Protagonistin ausüben. Bass-Sounds gehen durch ihren Körper, die Dynamik des Fahrgeschäfts weckt das belebende Adrenalin. Dem Haptischen kommt dabei, in verschiedenen Stadien (kalt, warm, fließend, mit Tiefe), eine besondere Rolle zu. Man sieht Jumbo durch Jeannes Augen: zwischen Sehnsucht, Imagination, magischem Animismus und einem Farbenfeuerwerk. Zoé Wittocks Film hat sicherlich eine symbolische und metaphorische Reichweite. Gleichzeitig erscheint er sehr konkret in seinem Plädoyer für Diversität und Respekt.


JUMBO gehört zur exklusiven Auswahl des Benelux-Schwerpunkts auf dem diesjährigen Film Festival Cologne (01.-08.10.), und wird am 05.10. einem interessierten Publikum präsentiert:

https://filmfestival.cologne/filme/jumbo/

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– Fiona Rugani, BelgienNet-Redaktion und Universität Paderborn –

Bild von Fiona Rugani

Fiona Rugani

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